Freitag, 29. Mai 2020

Normal

Normal - steht oben bei der Schriftart. Das Wort "normal" hat in den letzten Tagen eine neue Bedeutung bekommen, jedenfalls in meinen Ohren.

Normal ist irgendwie das, was ich gewohnt bin. Wäre ich in einer Kultur aufgewachsen, in der sich die Leute zur Begrüssung vor dem andern verneigen und dazu die Hände wie beim Beten zusammenhalten, wäre das für mich ganz normal.

Ist es jetzt normal, eine Schutzmaske zu tragen, oder doch nicht? Haben Sie sich bereits an das Bild gewöhnt?
Ist es normal, dass wir einander die Hände nicht mehr reichen zur Begrüssung? Aendert das etwas in den Beziehungen der Menschen zueinander?

Irgendwie hat das Wort "normal" etwas Technisches an sich. Meint es doch: Einer Norm entsprechend. - Als ich heute die Menschen Revue passieren lasse, die ich kenne, wird mir klar: Da entspricht keiner einer Norm. Jede und jeder hat seine Eigenheiten. Zum Glück, würde ich sagen.



Wenn ich ein Unwort des Jahres 2020 wählen dürfte, es wäre das Wort: "Neue Normalität". Ja wer sagt mir denn, was normal ist? Wer gibt eigentlich vor, was Menschen zu glauben, zu denken und zu fühlen haben?

Da regt sich in mir der reformierte Geist: Reformiert sein, selber denken!

In diesem Sinne ermutige ich jede und jeden von Ihnen, selber zu denken und zu beurteilen, was für Sie zur Norm gehört und was nicht. Und selber mitzuentscheiden, in welche Zukunft wir gehen werden.

In diesem Sinne Pfingstliche Grüsse

Ihre Pfarrerin Sonja Glasbrenner

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